Hausaufgabenkonzept


1.Vorwort

Kinder wünschen sich gerechte und spannende Schulaufgaben. Eltern wünschen sich anstrengungsbereite und lernfreudige Kinder. Die Schule wünscht sich Anteil nehmende und zufriedene Eltern.

Hausaufgaben sind wie ein Fenster, durch das die Schule den Eltern ermöglicht, tagtäglich mitzuverfolgen, was im Unterricht geschieht.

Sie erfahren so etwas über aktuelle Themen im Unterricht der Klasse, über geplante Projekte, den aktuellen Übungsstoff, über den Leistungsstand Ihres Kindes und die Leistungserwartungen unserer Lehrer.

Es gibt viele Möglichkeiten, dem Kind die Hausaufgaben zu erleichtern. Alle Helferdienste sind gut gemeint, aber doch fragwürdig, denn Hausaufgaben verlieren leicht ihren Sinn, wenn sie nicht selbstständig erledigt werden.

Jedes Kind ist persönlich für seinen Lernprozess verantwortlich. Es muss erfahren: Lernen muss ich selbst. Dieser Lernprozess entwickelt sich im Laufe der Grundschulzeit. Kinder in der Schuleingangsphase, insbesondere im 1. Schuljahr, benötigen zu Beginn zusätzlich unterstützende Hilfe und Begleitung. Sie sollen jedoch zielgerichtet dazu angeleitet werden, die Verantwortung für ihren Lernprozess in zunehmendem Maße selbst zu übernehmen.

An unserer Schule gibt es einen festen hausaufgabenfreien Tag. Freitags werden keinerlei Hausaufgaben aufgegeben. Diesen Tag können Kinder nutzen, um sich intensiv ihren Bedürfnissen zu widmen. Hat ein Kind gefehlt oder benötigt zusätzliches Übungsmaterial, so kann dieser Tag zur Nacharbeit oder zur Festigung von Unterrichtsinhalten genutzt werden.

Dieses Hausaufgabenkonzept wird regelmäßig evaluiert und dann gegebenenfalls ergänzt bzw. verändert.

2. Gesetzliche Vorgaben

Im so genannten „Hausaufgabenerlass“ und auch im Schulgesetz hat der Gesetzgeber Vorgaben/Richtlinien für den Bereich „Hausaufgaben“ gesetzt. Im Schulgesetz regelt der Gesetzgeber u. a. die Pflicht der Schüler „die Hausaufgaben zu erledigen“. Der Klassenlehrer achtet auf den Umfang und die Erledigung der Hausaufgaben (vgl. Allgemeine Dienstordnung). Der Runderlass zur Betreuung von 2006 bestimmt u. a., dass Zeit „zur Erledigung der Hausaufgaben“ gegeben wird.

Ergänzende Ausführungen weisen darauf hin, dass Hausaufgaben die schulische Arbeit ergänzen und dazu dienen, das im Unterricht Erarbeitete einzuprägen, einzuüben und anzuwenden und zur Vorbereitung neuer Aufgaben zu nutzen. Hausaufgaben sollen Schülern/innen Gelegenheit zu selbstständiger Auseinandersetzung
geben und sie dazu befähigen, mit einer begrenzten neuen Aufgabe, Lernvorgänge selbst zu organisieren sowie Arbeitstechniken und Arbeitsmittel selbst zu wählen und einzusetzen.

Hausaufgaben müssen aus dem Unterricht erwachsen und zu ihm zurückführen, müssen von den Schülern selbstständig und in angemessener Zeit gelöst werden können, eindeutig und klar sein und vom Lehrer angemessen gewürdigt und ggf., je nach Leistungsfähigkeit des Kindes, entsprechend differenziert werden.

Hausaufgaben sind nicht zur Disziplinierung da, können sich nicht auf Unverstandenes beziehen und werden nicht benotet.

Hausaufgaben werden nicht von Samstag zu Montag und für Tage, denen ein Feiertag vorangeht, erteilt. Sie sollen in den Klassen 1 und 2 in 30 Minuten und in den Klassen 3 und 4 in 45 Minuten erledigt werden.

Basierend auf den gesetzlichen Vorgaben haben sich Lehrer, Vertreter der Eltern und Erzieher der offenen Ganztagsschule (OGS) auf die folgenden Ausführungen verständigt, deren Erfolg wesentlich davon abhängt, dass Lehrer, Schüler, OGS und Eltern in diesem Sinne mitwirken.

3. Aufgaben der Lehrer

Die Lehrkräfte bemühen sich intensiv, ihre Aufgabenstellung zu hinterfragen, um ihren Schülern/innen nur solche Aufgaben zu erteilen, die eine sinnvolle Ergänzung zum Unterricht sind, den verstandenen Unterrichtsstoff festigen, üben, wiederholen, vertiefen oder eine direkte Vorbereitung auf neue Aufgaben darstellen.

Bei erheblichen Leistungsunterschieden oder Belastbarkeiten von Schülern nehmen sie eine angemessene Differenzierung der Hausaufgaben vor, um Überlastungen zu vermeiden. Dies kann auch dazu führen, dass die Schüler/innen einer Klasse ganz unterschiedliche Aufgaben erhalten.

Jeder Lehrer gibt ausreichend Zeit, um die Hausaufgaben im Unterricht aufzuschreiben. Das Hausaufgabenheft hat dabei vor allem die Funktion, den Kindern als Gedächtnisstütze zu dienen und die Arbeitsplanung zu erleichtern sowie den Eltern einen Überblick über die Hausaufgaben zu ermöglichen. Gleichzeitig können diese darin auch der Lehrkraft eine Rückmeldung bei Schwierigkeiten mit den Hausaufgaben geben. Um die vorgeschriebenen Höchstzeiten bei konzentriertem Arbeiten nicht zu überschreiten, sprechen sich die Fachlehrer und Klassenlehrer ab.

Hausaufgaben werden nicht benotet. Es wird regelmäßig festgestellt, ob sie gemacht wurden. Vergessene Hausaufgaben müssen nachgeholt werden.

Fehlen die Hausaufgaben dreimal, werden die Eltern mit einem kurzen Schreiben darüber informiert und geben eine Rückmeldung ihrer Kenntnisnahme. Ebenso wird das Vergessen von Materialien notiert und bei dreifachem Fehlen eine entsprechende Rückmeldung gegeben.

Alle Lehrer würdigen gemachte Hausaufgaben durch eine angemessene Anerkennung. Diese kann nicht immer in einer vollständigen Kontrolle bestehen, sondern wird auch durch Stichproben oder gelegentliches Einsammeln der Hefte wahrgenommen. Dabei achten sie auch auf die äußere Form: das Schriftbild, die Ordnung, die Leserlichkeit und die Struktur.

4. Aufgaben der Schüler

Die Aufgabe der Schüler/innen ist es, ihre Hausaufgaben konzentriert, vollständig und in ordentlicher Form zu machen und sich dabei nach bestem Können anzustrengen. Haben sie dies in den Klassen 1 und 2 30 Minuten und in Klassen 3 und 4 45 Minuten lang getan, dürfen sie ihre Hausaufgaben abbrechen. Schreiben die Eltern eine kurze Bestätigung der Arbeitszeit unter die Hausaufgaben, gelten diese nicht als unvollständig bearbeitet.

Sind Hausaufgaben nicht verstanden worden, sollen Schüler dies am nächsten Tag dem Lehrer vortragen und die Arbeit nach erneuter Erklärung durch den Lehrer nochmals versuchen. Die Schüler sollen anzufertigende Hausaufgaben in ihrem Hausaufgabenheft notieren. Die Lehrkräfte geben den Schülern für die Notation der Hausaufgaben ausreichend Zeit. Das Aufschreiben der Hausaufgaben soll von den Schüler/innen selbstständig geleistet werden.

Hausaufgaben sollen grundsätzlich von allen Schülern allein und selbstständig angefertigt
werden. Jedes Kind ist selbst dafür verantwortlich, dass es das nötige Materialdazu bereithält und ggf. aus der Schule mitnimmt.

5. Aufgaben der Eltern

Eltern unterstützen die sorgfältige Durchführung der Hausaufgaben, indem sie die Schüler mit den notwendigen Materialien versorgen, für einen ruhigen Arbeitsplatz, für eine ungestörte Arbeitszeit und eine selbstständige Erledigung der Hausaufgaben sorgen.

Sie achten auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Arbeitszeit unter obigen Bedingungen und lassen ihre Kinder nach den vorgesehenen Zeiten ihre Arbeit abbrechen.

Wenn Kinder Materialien in der Schule liegen gelassen haben, fördern Eltern die Selbstständigkeit ihrer Kinder auch, indem sie sie auffordern, sich selbst um eine Ersatzbeschaffung bei Klassenkameraden zu kümmern, anstatt ihnen dies ohne weiteres abzunehmen.

Hausaufgaben werden in der Schule in vielfältiger Form kontrolliert. Der Anteil der Eltern an der Hausaufgabenkontrolle sollte darin bestehen, dass sie ihr Kind daran erinnern, die Hausaufgaben zu erledigen. Zudem können sie sich vergewissern, ob alles bearbeitet wurde.

Die Eltern können bei kleineren Unklarheiten helfen. Grundsätzlich sind sie aber keine Nachhilfelehrer/innen. Die notwendige Erklärung ist Aufgabe des Unterrichts. Eine vollständige Berichtigung läge ebenfalls nicht im Sinne der jeweiligen Fach-, bzw. Klassenlehrerin/ des Klassenlehrers, da diese/dieser Fehlerstrategien und Fehlerarten erkennen muss, um so das jeweilige Kind individuell zu fördern. Wenn sie die Aufgaben korrigieren, so sollte die Korrektur so vorgenommen werden, dass die Lehrerin/der Lehrer den Fehler erkennen und im Unterricht darauf eingehen kann.

Bei Problemen geben die Eltern den betreffenden Lehrkräften eine zeitnahe Rückmeldung, bei welchen Aufgaben ihr Kind Schwierigkeiten hatte oder ob die zeitliche Vorgabe überschritten wurde. Dies gilt auch für unverstandene Hausaufgaben.

Wichtig ist es, das Kind zu ermutigen, sein Problem dem Lehrer auch selbst vorzutragen. Damit erkennt das Kind, dass es Fehler machen darf und dass diese Schritte auf dem Weg des Lernprozesses völlig normal sind und nicht einer Bewertung von gut und schlecht unterliegen. Dies unterstützt das Selbstbewusstsein der Schüler.

Hausaufgaben, die die Kinder selbstständig bearbeiten, zeigen der Lehrkraft, was das Kind schon gut kann und wo es noch Schwierigkeiten hat.

Deshalb müssen Hausaufgaben nicht unbedingt fehlerfrei sein!

6. Aufgaben der offenen Ganztagsschule/Hausaufgabenbetreuung

Die Lehrpersonen und Fachkräfte der OGS sorgen für entsprechende Arbeitsruhe.

Bei Anzeichen von Überforderung des jeweiligen Kindes entscheidet das in der Hausaufgabenbetreuung tätige Personal über ein vorzeitiges Ende der Hausaufgabenbearbeitungszeit.

Jeder Schüler der OGS erhält ausreichend Zeit (gemessen an den zeitlichen Grundlagen für Klasse 1/2 und Klasse 3/4), die Hausaufgaben selbstständig zu erledigen. Lediglich eine Meldung zu Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag kann dem entgegenstehen. Lesehausaufgaben und das Auswendiglernen von Texten müssen zu Hause erledigt werden.

Das Personal der OGS und die Lehrkräfte, die in der Hausaufgabenbetreuung tätig sind, helfen bei kleineren Unklarheiten. Grundsätzlich sind sie aber keine „Nachhilfelehrer/ innen“. Die notwendige Erklärung ist Aufgabe des Unterrichts.

Eine vollständige Berichtigung läge ebenfalls nicht im Sinne des jeweiligen Fach-, bzw. Klassenlehrers, da dieser Fehlerstrategien und –arten erkennen muss, um so das jeweilige Kind individuell zu fördern.

Bei Problemen geben daher die in der Hausaufgabenbetreuung tätigen Lehrkräfte/ Personen der OGS den betreffenden Lehrkräften eine zeitnahe Rückmeldung, bei welchen Aufgaben oder Kindern Probleme aufgetreten sind. Dazu erhält jedes Kind im Offenen Ganztag einen Rückmeldebogen, auf dem eingetragen wird, ob die Hausaufgaben vollständig erledigt wurden und ob es Besonderheiten gab. Dieser Bogen soll den Erziehungsberechtigten und LehrerInnen größtmögliche Transparenz verschaffen. Er dient der Hilfestellung, nicht der Bewertung der Hausaufgaben.


Hausaufgabenkonzept der der St. Stephanus-Schule runterladen